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Emmerichshütte
Förderverein Emmerichshütte
Mit der Emmerichshütte im Ingelheimer Wald verbinde ich zahlreiche Erinnerungen. Zum ersten Mal war ich dort als Grundschüler auf Klassenfahrt mit, später als Teilnehmer einer Kinderfreizeit und noch später als Veranstalter eben solcher.
Das absolute Highlight der Hütte war, dass sie einsam im Wald lag und so urig war. Sie war sehr in die Jahre gekommen, alles knarzte und queitschte, beheizt wurde mit Holzöfen und notdürftig mit Elektro-Radiatoren und selbst das Essen wirkte manchmal so angestaubt wie die Hütte selbst. Iregndwie ar es aber genau das, was den Charme der Hütte ausmachte.
Initiator der Errichtung eines Kinderheimes war der damalige Schulrat Paul Rochelmeyer. Im Jahre 1917, als er die ehemalige Unterkunft für russische Kriegsgefangene besuchte, der Gedanke, an dieser Stelle eine Erholungsstätte für Kinder zu eröffnen. Wirklichkeit wurde dies 1921, nach dem Ersten Weltkrieg. Erholung suchende Ingelheimer Kinder fanden dort im Wald eine Unterkunft und Verpflegung, die anfänglich über Lebensmittelspenden aus Bevölkerung und Industrie sichergestellt wurde. 1924 erbauten die damaligen Gemeinden Nieder- und Ober-Ingelheim schließlich ein neues Kinderheim. Unzählige Kinder erholten sich dort in offenen Kuren oder während ihres Schullandheim-Aufenthaltes. Seit 1956 kamen sogar Berliner Kinder und Senioren in unser Haus, um nach den Kriegsjahren ein paar unbeschwerte, erholsame Tage erleben zu können.
Mit den Jahren wurde das Haus stark renovierungsbedürftig und entsprach weder den neuen gesetzlich vorgeschriebenen wärmetechnischen Anforderungen, noch den heutigen Nutzungsansprüchen. Aus diesen Gründen wurde die Emmerichshütte im September 2005 geschlossen. Auf Initiative der Jusos Ingelheim gründete sich deshalb schon 2004 ein Verein, dessen Ziel es war, die Emmerichshütte vor dem drohenden ersatzlosen Abriss zu bewahren. Ich selbst war Gründungs- und bis 2005 Vorstandsmitglied, dann habe ich aber nicht mehr kandidiert und bin aus dem Verein ausgetreten, weil geplante Neubau gar nicht meinen Erwartungen und Vorstellungen entsprach.
Im Oktober 2005 erfolgte schießlich der Abriss, danach begann der Neubau. Die Wiedereröffnung erfolgte am 26.09.2008. Heute wirbt die Stadt stolz damit, überwiegend Naturbaustoffe verwendet zu haben: Fast alle Wände seien aus Holz; auf Leim, Lack und Imprägnierungen sei weitgehend verzichtet worden, wodurch man ein gesundes Raumklima erreicht worden sei. Das Kiefern-, Fichte-, Eichen-, Douglasien- und Lärchenholz stamme ausschließlich aus dem Ingelheimer Stadtwald und präsentiert die heimischen Baumarten. So löblich das ist und so schön das Ergebnis auch ist, die alte urige Hütte ist es nicht mehr - dafür allerdings eine moderne Freizeitunterkunft in erstklassiger Lage.
Den Namen erhielt das Haus durch den Kohlenbrenner Emmerich Schneid, der im Jahr 1732 mitten im Wald eine Hütte baute, um mit Hilfe seiner Familie die glimmenden Kohlenmeiler besser überwachen zu können. Ach ja: Das bunte Schild, das damals über der Eingangsgaube hing, ist jetzt in meinem Besitz!